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Youngstars verlieren nach großem Kampf

Die Weißenhorn Youngstars haben gestern Nachmittag den vorzeitigen Einzug ins Play-off-Halbfinale der 2. Basketball-Bundesliga ProB knapp verpasst. Nachdem sich die Fuggerstädter am vergangenen Wochenende beim SC Rist Wedel mit 74:66 durchsetzen konnten, gab es im zweiten Spiel der best-of-three-Serie gegen den norddeutschen Verein eine hauchdünne 75:76 (33:29) Niederlage nach Verlängerung. Die Entscheidung über die Teilnahme an der nächsten Runde der Play-offs fällt somit am Dienstag (20 Uhr) in Wedel.

Enttäuscht saßen die Weißenhorner Spieler nach der Schlusssirene auf dem Boden der Dreifachturnhalle. 45 Minuten lang hatten sie den Zuschauern ein höchst intensives, dramatisches und über weite Phasen hochklassiges ProB-Spiel geboten. Sie hechteten jedem Ball hinterher und überzeugten durch ihren großen Kampfgeist. Am Ende waren es Kleinigkeiten, die den Unterschied ausmachten. „Wir haben bei unseren letzten Angriffen ein paar unglückliche Wurfentscheidungen getroffen“, analysierte Trainer Tim Lewis. Trotz des ärgerlichen Ausgangs der Partie hatte er gestern in keinerlei Hinsicht etwas an der Vorstellung seiner Schützlinge auszusetzen. „Wir haben heute wieder alles aus uns herausgeholt und einem hervorragend aufgestellten Gegner über die ganze Spieldauer Paroli geboten.“ Im Gegensatz zu den Gästen, die in Bestbesetzung antreten konnten, musste Lewis neben Daniel Theis (ratiopharm ulm – Braunschweig) noch auf Routinier Maksym Shtein verzichten, der wegen einer Grippe ausfiel. Folglich waren die Youngstars auf den großen Positionen äußerst dünn besetzt und hatten Probleme bei den Rebounds. „Durch unseren tollen Teambasketball hat sich aber die Unterlegenheit bei den Rebounds in den meisten Aktionen nicht bemerkbar gemacht. Ich bin stolz auf meine junge Mannschaft, die den Ausfall von Maksym gut kompensieren konnte“, lobte Lewis.

Im ersten Viertel hatten die Gäste leichte Vorteile. Sie gingen durch einen Korbleger des ehemaligen Ehingers Fabian Böke in Führung, der am Ende mit 23 Punkten Topscorer war. Wedel setzte ähnlich wie Weißenhorn auf eine aggressive Verteidigung und traf zu Beginn der Partie beinahe aus allen Lagen. Allerdings hielten die Youngstars auch gleich von der ersten Sekunde an dagegen und glichen zwischenzeitlich nach einem Halbdistanzwurf von Till Jönke zum 5:5 aus. Das erste Mal richtig absetzen konnten sich die Norddeutschen Mitte des ersten Viertels, als sie wiederum durch Böke das 11:5 erzielten. Auf beiden Seiten war den Akteuren in der Anfangsphase eine gewisse Portion Nervosität anzumerken, was sich in Form von Ballverlusten oder schlecht abgeschlossenen Angriffen bemerkbar machte. 19:12 für den Sport Club stand es nach den ersten zehn Minuten. Durch Punkte von Brian Butler, Marcel Heberlein und Chris Grosse schafften es die Weißenhorner zu Beginn des zweiten Abschnitts, den Rückstand bis auf einen Punkt zu verkürzen (21:22). Der Ausgleich zum 23:23 gelang dem starken Daniel Albus aus der Halbdistanz (6:07 Min. vor der Halbzeitpause). Nur 16 Sekunden später erzielte Jönke von der Freiwurflinie die erste Weißenhorner Führung. Diese bauten sie in den Folgeminuten noch weiter aus und lagen zur großen Pause mit 33:29 in Front. „Nach anfänglichen Schwierigkeiten hat unser Zusammenspiel sehr gut funktioniert“, freute sich Lewis.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit wollten die Gäste so schnell wie möglich den Ausgleich erzielen. Gleich im ersten Angriff des dritten Viertels verkürzte Paul Owusu auf 31:33, nach einem Ballverlust der Weißenhorner konnte Davey Hokpins den Gleichstand herbeiführen (33:33). Die Youngstars ließen sich aber nicht unterkriegen und überzeugten weiterhin durch ihren Vollgas-Basketball. Nach vier Punkten von Brian Butler, der eine äußerst ansprechende Leistung zeigte und immer wieder krachende Dunkings auf Lager hatte, erspielten sich die Weißenhorner wieder einen leichten Vorsprung (39:35). Über große Strecken des dritten Viertels lagen die Youngstars vorne und starteten schließlich mit einer 49:48 Führung in den letzten Abschnitt. Auch in diesem schaute es zunächst ziemlich erfreulich für die Fuggerstädter aus, die bis kurz vor der Sirene ihre Führung behaupteten. Zwischenzeitlich setzten sie sich auf 55:50 ab, allerdings reichte es nie für ein beruhigendes Punktepolster. Sehr schmerzhaft war der 61:61 Ausgleich durch Harold Johnston von jenseits der 6,75-Meter Markierung (1:24 Min. vor Ende). Zwar brachte Jönke die Weißenhorner kurzfristig mit zwei getroffenen Freiwürfen in der Schlussphase noch einmal in Führung, doch auch Böke verwandelte auf Wedeler Seite seine beiden Freiwürfe zum 63:63.

Nachdem die letzten Würfe in der offiziellen Spielzeit nichts einbrachten, ging die Partie in die Verlängerung. In den ersten zweieinhalb Minuten dominierten die Youngstars, die durch Punkte von Butler und Grosse auf 68:65 davon zogen. Zum Ende der zusätzlichen fünf Minuten bekamen jedoch die Gäste immer mehr Oberwasser. Sie erwiesen sich als das nervenstärkere Team und trafen 43 Sekunden vor dem Ende zum 75:73. Den Ausgleich zum 75:75 erzielte Jönke 14 Sekunden später von der Freiwurflinie. Die Chance, die Entscheidung herbeizuführen, hatte Marvin Boadu 21 Sekunden vor der Sirene, als er nach einem Foul von Jönke im Distanzwurf drei Freiwürfe zugesprochen bekam. Allerdings machte er nur einen Punkt (75:76) und eröffnete damit den Weißenhornern die Möglichkeit, mit dem letzten Angriff das Spiel zu gewinnen. Dies gelang ihnen aber nicht, da der abschließende Wurf von Butler eine Sekunde vor der Sirene von Böke geblockt wurde.


Punkteverteilung:

Weißenhorn Youngstars:
Butler (20 P.), Jönke (14 P.), Grosse (11 P.), Heberlein (10 P.), Albus (8 P.), Vojkovic (8 P.), Gausa (4 P.), Dorsch, Leitner, Müller

Topscorer SC Rist Wedel:
Böke (23 P.), Hopkins (15 P.), Boadu (14 P.), Johnston (14 P.)


Bericht: Matthias Sauter