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Sonntagabend-Krimi ohne Happy-End

Die OrangeAcademy verliert nach einer dramatischen Schlussphase mit 70:72 (29:33) gegen Paderborn / Aufholjagd im dritten Viertel wird nicht belohnt

Dass die Partie gegen Paderborn eine doppelt Schwere werden würde, stand schon vor Spielbeginn fest: Joschka Ferner, David Krämer und Till Pape trafen nach dem Bundesliga-Spiel gegen Göttingen erst eine halbe Stunde vor Tipoff und mit BBL-Minuten in den Knochen am Kuhberg ein. Dass das letzte von vier Heimspielen zu Saisonstart aber mit so einem Tiefschlag enden würde, zeichnete sich lange nicht ab: Vor 550 Zuschauern lagen die Uni Baskets Paderborn im dritten Viertel mit bis zu zehn Punkten vorn (32:42), ehe das Ulmer Team durch eine defensive Steigerung und 9 Punkte von Nico Bretzel ins Spiel zurückfand. Auf der Zielgeraden brachten mehrere Ballverluste und zwei vergebene Mittmann-Freiwürfe die Gastgeber dann aber um den Lohn ihrer Mühen. „Es war sehr positiv zu sehen, dass wir Fortschritte machen und in dieser Liga mitspielen können. Aber unser Gefühl ist, dass wir ein Spiel verloren haben, das wir hätten gewinnen können“, so Coach Danny Janssons Analyse nach der 70:72-Niederlage.  

Spielverlauf: Gerade einmal eine Stunde nach der Schlusssirene in der ratiopharm arena waren es die Doppellizenzler Joschka Ferner, David Krämer und Björn Rohwer, die für die Hausherren vorlegten (8:3, 3. Minute). Nach einigen unkonzentrierten Minuten, in denen Paderborn die Führung ergatterte (12:13, 7.), war es dann eine 5:0-Serie durch Krämer, die dem Jansson-Team wieder Oberwasser bescherte (17:13, 9.). Im zweiten Abschnitt traten die Gäste – die sich in der ganzen ersten Hälfte nur einen Ballverlust leisteten – dann aber sicherer auf und übernahmen vor allem durch ihre US-amerikanische Quadriga die Führung (25:29, 15.). Auch, weil die Ulmer durch Foul-Trouble (Pape 3 – vier weitere Spieler mit 2 Fouls) gehandicapt waren, blieb es bis zur Pause bei Paderborns 4-Punkte-Plus (29:33).

Zum Start in Halbzeit zwei erhöhten die Westfalen prompt auf 29:37 (22.). Erst ein Pongo-Dreier gefolgt von einem Drei-Punkt-Spiel durch Nico Bretzel brachte die Academy wieder in die Spur: Mit mehr Energie in der Verteidigung pirschten sich die Ulmer peu-a-peu heran, ehe es erneut Bretzel war, der per Korbleger und Alley-Oop-Dunk den 47:49-Anschluss herstellte (30.). Mit dem Startschuss ins Schlussviertel markierte dann Krämer die umjubelte Führung (50:49, 31.). Damit war eine heiße Schlussphase angebrochen, die sich auf Messers Schneide abspielte: Bei einer 3-Punkte-Führung (67:64) vergaben die Gastgeber mehrere zweite Wurfchancen, sodass Paderborns Brown 35 Sekunden vor Ende per Dreier ausgleichen konnte. Und es kam noch bitterer: Während Pongo postwendend den Ball wegschmiss, traf Paderborn erneut von „downtown“ (67:70). Doch damit nicht genug: Nachdem Krämer 2 Sekunden vor Schluss per Distanztreffer noch einmal verkürzt hatte, lag der Ausgleich beim Stand von 70:72 in den Händen von Nils Mittmann: Der Routinier vergab mit der Sirene aber beide seiner Freiwurf-Versuche.   

Quotes
Danny Jansson (Head Coach OrangeAcademy): „Es war sehr positiv zu sehen, dass wir Fortschritte machen und in dieser Liga mitspielen können. Aber unser Gefühl ist, dass wir ein Spiel verloren haben, das wir hätten gewinnen können. Die Umstände waren heute besonders, weil mehrere Spieler erst kurz vor dem Spiel zu uns gestoßen sind – aber wir haben trotzdem gekämpft und hatten unsere Chancen. Leider haben wir in der Schlussphase mehrere Layups vergeben. Das tut weh, aber wir werden daraus lernen.“ 

Es spielten: David Krämer (23 Punkte), Marcell Pongo (13), Björn Rohwer, Nicolas Bretzel (je 9), Till Pape, Joschka Ferner (je 7), Christoph Philipps (2), Nils Mittmann, Marius Stoll, Timo Lanmüller, Mate Fazekas.

Foto: Archiv/Langer.